Elmendorfer Burg

Dreiberger Straße
26160 Bad Zwischenahn
Karte

Zu sehen sind nur noch Hügel, aber Ausgrabungen bestätigten die Existenz der Anlage und Tafeln informieren: Drei Berge waren früher Burghügel Dreibergen. Auffällig erheben sich "drei Berge" im gleichnamigen Ort am Nordufer des Meeres. Manch einer hat sicher schon über die Hügel gerätselt. Sie sind - das beweisen Ausgrabungen des Archäologen Dr. Dieter Zoller - mehr als nur simple Erhebungen. Mitte des 12. Jahrhunderts hat hier eine Burganlage der Grafen von Elmendorf gestanden. Informationstafeln stellen die Geschichte dar.

Der 1993 verstorbene Dr. Dieter Zoller ging davon aus, dass sich die Burg Elmendorf aus einem befestigten, im 10. Jahrhundert zerstörten Adelshof entwickelte. Danach folgte der Bau einer Turmburg auf einem flachen Hügel, welche in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts zerstört wurde. Diese Hof- und Burganlage wurde um 1150 durch Aufschüttung der großen, rund zehn Meter hohen Hügel mit einer neuen Anlage gebaut. Aus den Funden, darunter Keramiken, eine Klappwaage, Bronzefibeln, eine Pferdetrense und ein Drachenleuchter, stellte Sohn und Architekt Dirk Zoller mehrere Rekonstruktionszeichnungen her. Danach standen ab Mitte des 12. Jahrhunderts auf dem flachsten Hügel mehrere Wohn- und Wirtschaftsgebäude des Burggesindes. Dieser Hügel war durch eine Zugbrücke mit dem Haupthügel verbunden. Darauf befand sich die eigentliche Burg - ein 12eckiger, mächtiger Wohnturm aus Fachwerk. Eine weitere Brücke verband die Burg mit dem westlichen Hügel auf dem vermutlich ein Turm zur Beobachtung stand. Die gesamte Anlage war von Gräben umgeben.

Über die Besitzverhältnisse ist wenig bekannt. Ursprünglich gehörte die Burg wohl den gräflichen Vogten im Ammerland. Graf Eglimar II von Oldenburg (1108 - 1142) gab dem Edlen Friedrich von Anvorde seine Tochter Beatrix zur Frau. Dieser übernahm die Burg. 1243 vermachte Äbtissin Gertrud von Anvorde ihre Güter dem Kloster Hude. 1331 kam die Burg durch einen Tausch wieder in den Besitz der Grafen von Oldenburg. Danach verlor die Motte Elmendorf an Bedeutung und verfiel allmählich.